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Ich wurde gebeten einen Artikel über Marmor zu schreiben. Ich könnte über Beschaffenheit und Einsatz des Steines schreiben, über Künstler und Architekten, die wundervolles aus diesem Stein geschaffen haben. Doch hierzu findet der interessierte Leser ausreichend Fachliteratur. Ich möchte Ihnen von „meinem“ Marmor erzählen. Seit frühester Kindheit ist Marmor für mich omnipräsent. Zuhause ist es die Fensterbank, die Wanduhr, die Beeteinfassung im Garten oder die Vogeltränke, im Dorf der Gehsteig, der Grabstein, der Dorfplatz mit seinem Brunnen. Wie irritierend ich es fand, als ich als Kind erstmals bei einer Beerdigung in einem anderen Ort einen Friedhof mit Eisenkreuzen und nicht Marmorgrabsteinen sah, kann ich mit Worten nicht beschreiben.
Für mich ist Marmor mehr als nur „eine besondere Form des Kalkgesteins“ und immer wieder gerate ich ins Staunen, wenn ich etwa höre, dass eine ganze Moschee in Dubai aus Laaser Marmor errichtet wird. Oder wenn ältere Leute im Dorf erzählen, wie mühselig der Marmor früher zu Tale gebracht wurde.
Ich lade Sie ein, lieber Gast, mein Heimatdorf Laas zu besuchen. Lassen Sie sich in den Marmorführungen den Marmorabbau und seine Verarbeitung und unser „weißes“ Dorf zeigen. Nehmen Sie sich aber genügend Zeit und achten Sie auf die Details, ich bin sicher Sie werden Einiges entdecken.
von Andrea Perger (Der Vinschger „Urlaub im Vinschgau…2008“)
Bild: Weißwasserbruch von Paul Graf/Lasa Marmo