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Laaser Marmor ist ein sehr harter, widerstandsfähiger und wetterbeständiger Marmor, der innerhalb des Gemeindegebietes von Laas aus dem Jennwandmassiv im Laaser Tal abgebaut wird. Die Bezeichnung „Laaser Marmor“ für das Gestein, das lange Zeit als Tiroler Marmor oder Vinschgauer Marmor bekannt gewesen war, begann sich um die Mitte des 19. Jahrhunderts durchzusetzen.
Die systematische Gewinnung von Laaser Marmor reicht in die Mitte des vergangenen Jahrhunderts zurück. 1848 wurden die Gewinnungsrechte vom Münchner Steinmetz Bernhard Schweizer erworben. Er lieferte Marmor an den Hofbildhauer Schwanthaler, der bei Ludwig I. von Bayern im Dienste stand. 1865 kam Johannes Steinhäuser aus Karlsruhe nach Laas, er gründete die "Laaser Marmorwerke", den ersten zentralen Verarbeitungsbetrieb für Marmor. Spätestens seit der Weltausstellung 1873 in Wien, auf der der Laaser Marmor im umfassenden Bereich präsentiert wurde, gewann der Marmor, unter dieser Markenbezeichnung zunehmend an Bekanntheit. 1883 begann die systematische Gewinnung des Marmors durch Josef Lechner im Weißwasserbruch. Diesen Pionieren ist es zu verdanken, dass der Laaser Marmor heute in aller Welt zu Hause ist. Im zu Ende gehenden 19. Jahrhundert wurde der Laaser Marmor von unzähligen Architekten und Steinbildhauern bevorzugt verwendet und prägt bis heute insbesondere die neoklassizistische Architektur großer europäischer Städte wie Wien, München und Berlin. Zu den bekanntesten Werken aus Laaser Marmor gehören der Monumentalbrunnen der Pallas Athene vor dem Parlamentsgebäude in Wien, das Denkmal der Queen Victoria vor dem Buckingham-Palast in London und das Heinrich-Heine-Denkmal in New York. Zu nennen sind auch über 90.000 Grabkreuze aus Laaser Marmor für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen US-Soldaten. Die USA wollten für ihre auf vier Kontinenten verteilten Soldatenfriedhöfe den besten und reinsten Marmor der Welt.
Konzentrierten sich die Lieferung des wertvollen Materials in der Hochblütezeit noch auf künstlerische Werke, vor allem auf die europäischen Nachbarländer und einige Königshäuser in Übersee und den Vereinigten Staaten, so ist der Marmor heute in aller Welt auch als Bauware verbreitet und geschätzt.
Insgesamt werden beim Laaser Marmor zehn Handelssorten unterschieden, die in zwei Sortenkategorien unterteilt sind: Lasa Bianco (Weißer Lasa) und Lasa Venato (Adern-Lasa).
Bild: Weißwasserbruch von Paul Graf/Lasa Marmo